Kunst mit Teppichklopfer

Das ist doch mal eine interessante Nachricht. Nach einer langen Riege international anerkannter Künstler erhält in diesem Jahr die eigentlich nur wenigen bekannte Wiebke Siem den Goslaer Kaiserring. Siem war selbst mehr als überrascht und bekannte in der Sendung „Metropolis“ auf Arte, dass sie sich lange nicht anerkannt gefühlt hätte. Diese Erfahrung teile sie aber mit vielen Künstlern. In Goslar werden ihre teils bedrohlichen, teils komischen Skulpturen noch bis Januar 2015 gezeigt. Empfangen werden die Besucher mit einem 420 hohen Teppichklopfer, früher ein häufiges Strafinstrument in der Erziehung von Kindern. Auch sonst verwendet Siem in ihren Arbeiten viele speziell weiblich konnotierte Materialien.

Ich glaube ja nach wie vor, dass Künstlerinnen, die eine spezifisch weibliche Sicht auf die Welt zeigen, es eher schwer haben, im Kunstbetrieb anerkannt zu werden. Das ändert sich erst allmählich. Deshalb bin ich auch so gespannt auf die neue Ausstellung des Museum für Moderne Kunst im Taunustor in Frankfurt.