Ergreifen und berühren

„Große Kunst, so dachte sie, hat einen beruhigenden Effekt auf den Betrachter; sie ergreift einen mit einer gewissen Ehrfurcht. Und genau das passiert weder bei den Arbeiten von Damien Hirst noch bei Andy Warhol. Man wird nicht von Ehrfurcht ergriffen, nicht berührt. Sie irritieren, verhindern vielleicht kurz, dass man in den eingefahrenen Gleisen weitergeht. Aber das ist ganz und gar nicht dasselbe. Ergriffen und berührt zu werden, ist etwas ganz anderes.“ (Frei übersetzt nach A. McCall Smith, The Sunday Philosophy Club, London, 2004)

Auch wenn ich die Einschätzung von Alexander McCall Smith nicht hundertprozentig teile, so finde ich doch, dass er im Prinzip recht hat. Was kann uns denn heute noch ergreifen – außer Kunst? Musik, Literatur, Bildende Kunst, Tanz… können uns Erfahrungen vermitteln, die wir im Alltag vermissen.