Darf man einen berühmten Maler schlecht finden?

Der etwas regnerische Karfreitag war eine gute Gelegenheit, um in die Ausstellung von Emil Nolde im Städel-Museum, Frankfurt,  zu gehen. Ich war neugierig und habe mich darauf gefreut, mal einen umfassenderen Überblick über sein Werk zu bekommen.

Also ich wage es jetzt mal und sage, dass ich enttäuscht war. Wenn ich Nolde mit Beckmann, Kirchner oder Schiele vergleiche (alles mehr oder weniger Zeitgenossen), dann fällt er in meinen Augen erheblich dagegen ab. Mir erscheint sein Werk sehr zerrissen und wenig künstlerisch durchdrungen.

Ich weiß, ich weiß, jetzt habe ich alle Kunsthistoriker, die in blumigen Worten seine Qualität hervorgehoben haben, gegen mich. Aber auch da fiel mir auf, dass die Kommentare zu einzelnen Bildern sehr an der Oberfläche geblieben sind – das beschreibend, was ohnehin zu sehen ist.

Allerdings: Es gab auch ein paar Ausnahmen in der Ausstellung. Einige von den Aquarellen, ein paar Seestücke und vor allem das Bild von Adam und Eva. – Wie gesagt, das ist meine persönliche Wahrnehmung und ich gehe davon aus, dass die Massen an Besuchern, die durch die Ausstellung strömen, begeistert sind.