VERLEGENHEIT in Frankfurt, München, Sindelfingen 2

Im Schauwerk Sindelfingen heißt die Ausstellung „Ladies first!“ und will demonstrieren, dass „in der Sammlung von Peter und Christiane Schaufler Werke von Künstlerinnen seit jeher einen hohen Stellenwert haben. Erstmals stellt das SCHAUWERK Sindelfingen nun ausgewählte Arbeiten von Künstlerinnen vor. Die gezeigten Werke umspannen einen Zeitraum von den 1970er-Jahren bis zu jüngsten Postionen…… Gattungsübergreifend zeigt die Ausstellung Malerei, Skulptur, Videoarbeiten, Fotografie und Installationen. Die Vielfalt der Arbeiten macht deutlich, wie rigoros die Grenzen einer „femininen“, feministischen oder dekorativen Kunst in den vergangenen Jahrzehnten gesprengt wurden.“

Wie bitte? Ich weiß wirklich nicht, was mit dem letzten Satz gemeint ist. Feminine, feministische und dekorative Kunst in einem Atemzug? Was soll das bitte sein – oder aber gewesen sein? Da hängt doch noch eine Menge Staub in den Gehirnen. Wehren sich die Künstlerinnen denn nicht – oder können sie sich nicht wehren, weil ja – genau wie in Frankfurt (Post von gestern) – im Fundus gekramt wurde. Besonders blamabel finde ich für die Veranstalter, dass „ein Großteil der Werke in der Ausstellung LADIES FIRST! erstmals präsentiert wird, so auch die meterhohen Raketen von Sylvie Fleury mit dem Titel „First Spaceship On Venus“ (1996). … Zusammen mit Arbeiten von Rosemarie Trockel und Isa Genzken bilden Fleurys Werke einen Schwerpunkt der Ausstellung.“

Also bitte, wenn die Werke von Künstlerinnen seit jeher so einen hohen Stellenwert hatten – wieso werden sie dann jetzt (nach fast 20 Jahren) zum ersten Mal gezeigt?