VERLEGENHEIT in Frankfurt, München, Sindelfingen 1

Man errät nicht gleich, was diese drei Städte zur Zeit gemeinsam haben. Schon gar nicht, dass alle drei im Moment wegen ihrer Kunstausstellungen genannt werden. Und noch weniger, dass auch diese Ausstellungen etwas verbindet: Sie zeigen in großen Schauen ausschließlich Kunst von Frauen. Frankfurt kommt international daher und nennt die Ausstellung des Museums für Moderne Kunst (MMK) im Taunusturm „Boom she Boom“. Das weist nun nicht gerade auf ein Thema hin, sondern hört sich eher nach Verlegenheit an. Denn „in Skulpturen und Installationen, Gemälden und Zeichnungen, Filmen und Performances hinterfragen die Künstlerinnen die Repräsentation und gesellschaftliche Konnotation des weiblichen Körpers. Sie beschäftigen sich mit sozialen und globalen Zusammenhängen, untersuchen Formen von Narration und Abstraktion und analysieren Strategien der Raumaneignung. Ihre Werke sind geprägt von individuellen Wahrnehmungen und persönlichen Erfahrungen, sie demonstrieren Subversivität und Mut zur Offenheit.“ So der Werbetext. Aha und weiter? Nix weiter. Das war´s auch schon. Ich wage zu bezweifeln, dass man den Frauen einen Gefallen tut, wenn man ihre Arbeiten allein wegen des Geschlechts ausstellt.

Natürlich werde ich mir dennoch die Arbeiten anschauen, denn es sind die derzeit bekanntesten und gefragtesten Künstlerinnen vertreten: Vanessa Beecroft, Andrea Büttner, Rineke Dijkstra, Marlene Dumas, Katharina Fritsch, Isa Gensken und und und… (Morgen ein Kommentar zu München.)