Erkenntnisse aus der Kragen-platz-Aktion

So ist das Leben. Da ärgert man sich so richtig über einen tatsächlichen oder eingebildeten Missstand und dann folgt eine Erkenntnis, mit der man (in diesem Falle ich) nicht gerechnet hat. Affen, Elefanten und Computerprogramme machen jede/n zum Künstler – das hat mich so richtig aufgebracht, weil es Kunst so beliebig macht. Bei näherem Nachdenken finde ich das andererseits auch wieder logisch. In einer Welt in der gerade bei der Arbeit so viel fremdbestimmt ist, so viel von vermeintlichen Sachzwängen vorgegeben wird – wo sollen die Menschen denn mit ihrem Bedürfnis nach Ausdruck und Gestaltung hin? Was liegt näher, als den Satz von Joseph Beuys (Jeder Mensch ist ein Künstler – Sie erinnern sich?) sehr wörtlich zu nehmen und sich auf den Weg zu machen.

Nur, welche Konsequenz hat das für Künstler? Dass es immer schwieriger wird, sich zu positionieren. Damit steigt auch der Druck auf jeden Fall etwas Auffallendes, Aufsehen erregendes zu zeigen. (Siehe auch Post vom 26. 9. 14) Ob sich dieser Prozess noch einmal aufhalten lässt?