Statt Künstlerin eben Finanzexpertin – ein Nachtrag

Natürlich ist es schön, wenn Menschen kreativ werden und mit ihren Ergebnissen zufrieden sind. Nur warum das Umfeld jedes Produkt mit „Toll, du bist ja ein Künstler“. (Wahlweise und wahrscheinlich häufiger Künstlerin) kommentieren muss, entzieht sich mir nach wie vor. Die Absurdität dieser Aussagen wird deutlich wenn wir das mal umdrehen.  Stellen Sie sich vor, dass ich z.B. ein, zwei einigermaßen sinnvolle Sätze zu Finanzfragen äußere und alles schreit: „Hurra, tolle Finanzexpertin!“ Oder aber ich finde zufällig ein paar passende Worte zur Psychoanalyse und schon bin ich von Beifall umgeben: „Die geborene Analytikerin!“. Diese Reihe ließe sich fortsetzen. Setzen Sie nur Ihren eigenen Beruf ein. Zu fast jedem könnte ich vermutlich ein, zwei Sätze zu sagen, die sich für Laien sinnvoll anhören. Macht mich das zu einer Fachfrau? Na? Eben nicht. Da sind wir wirklich einer Meinung.

Die Frage, die für mich bleibt: Warum können wir die Dinge nicht so benennen wie sie sind? Ein Bild, das jemand malt und das ihm oder ihr Freude macht, ist genau das, nicht mehr und nicht weniger. Ein gut gemachter Stuhl ist ein gut gemachter Stuhl, ein leckeres Essen eben das. Ob das der letzte Post zu diesem Thema war? Ich bezweifle es.