„Jeff Koons ist kein Künstler…“

„…sondern ein grandioser Verkäufer“ schreibt Hubert Thurnhofer in seinem klugen Buch „Die Kunstmarktformel“. Und auch mit einigen anderen Kunstgrößen geht er scharf ins Gericht. Dass mir diese Sätze aus der Seele sprechen ist ein Grund, das Buch zu empfehlen. Der andere ist, dass ich selten so eine klare Analyse der Chancen und Unmöglichkeiten im Kunstbetrieb gelesen habe. Der Autor hat sich viel vorgenommen mit diesem Buch. Ob ihm das gelungen ist, möge jeder selbst entscheiden. Mir hat es auf jeden Fall den Blick geöffnet. Und mich darin bestärkt, meinen eigenen Weg zu gehen. Welcher das ist? Vielleicht schreibe ich auch mal ein Buch, um anderen Künstlern todsichere Methoden zum Erfolg aufzuzeigen;-)

Die Kunstmarktformel

Gestern habe ich ein paar Zahlen aufgelistet, die deutlich machen, mit welcher immensen Konkurrenz man als Künstler, mehr noch als Künstlerin, leben muss. Das hat natürlich Folgen. Überall (auch bei Xing) bieten sich Leute an, die helfen wollen, sich als Marke im Kunstmarkt zu etablieren. Dass es in meinem Augen unsinnig ist, dafür Geld auszugeben, habe ich ja schon mehrfach geschrieben. Aber das verringert die Zahl der Angebote, die fast täglich in die Mailbox rauschen nicht. Denn, wie Hubert Thurnhofer in „Die Kunstmarktformel“ schreibt, „…dass es zum Wesen des Künstlers gehört, als eigenständige Marke wahrgenommen zu werden“. Gleichzeitig stellt er fest, dass, „eine Markenbildung auf dieser Ebene nicht mehr möglich ist.“ Mit dieser Ebene sind die vielen Künstler gemeint, die nicht zu den paar Tausend Top-Künstlern gehören. Auch wenn das keine erfreuliche Nachricht ist, eine realistische Einschätzung ist es allemal.

Diese merkwürdige Kunstwelt

Über Pausen im Atelier habe ich ja gelegentlich schon geschrieben. Das ist diesmal nicht das Problem. Diesmal geht es um den Blog. Genau, diesen hier, den Sie gerade lesen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir zeitweise mal die Themen ausgehen könnten. Aber genau das ist in den letzten Wochen der Fall gewesen. Als gäbe es nicht genügend Anlass, sich Gedanken zu machen über diese merkwürdige Kunstwelt.
Ein Autor hat die Merkwürdigkeit besonders prägnant formuliert: Der Galerist Hubert Thurnhofer mit seinem Buch „Die Kunstmarktformel“ (Norderstedt, 2014). Allein folgende Zahlen könnten einen deprimieren: 100 Top-Künstler weltweit. 100 Top- Künstler pro Land, 2500 arrivierte Künstler pro Land, eine Million aufstrebende oder versteckte Champions weltweit, und unendlich viele Künstler aller Art. Wie gesagt, das könnte deprimieren. Warum es das dennoch nicht tut? Weiß ich auch nicht. Ich mache einfach meine Arbeit.