Zitat zur Sommerpause

„Kunst ist, wenn man’s nicht kann, denn wenn man’s kann, ist’s keine Kunst. (Meine Damen und Herren, ich muss gestehen, dass ich das, was unsere Künstlerin kann, niemals könnte. Ich darf vermuten: Ihnen geht es ähnlich.“ Johann Nepomuk Nestroy

Auch eine Sichtweise.

Zitat zur Sommerpause

Ab geht es in die Sommerpause. In einigen Ländern sind die Schulferien schon ausgebrochen, in anderen wird darauf hin gefiebert. Auch was das Blogschreiben angeht ist das eine Sauregurkenzeit: Schreiben, was keine/r liest. Deshalb gibt es ab jetzt bis Anfang September schöne Sprüche zur Kunst. Völlig unkommentiert aber nicht inhaltslos.

Hier der erste:

„Nur die Kunst gibt uns die Möglichkeit, etwas zu sagen, was wir nicht wissen.“

Gabriel Laub 

„Ich habe keinen Stil“

Nur wenige Künstler können sich diese Aussage erlauben: „Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung, ich habe kein Programm, keinen Stil, keine Anliegen.“ Gerhard Richter hat das schon 1966 von sich gesagt und er ist durch all die Jahrzehnte dabei geblieben. Er hatte das Glück, dass Galeristen im In- und Ausland die Qualität seiner Malerei erkannt haben und alle Stiländerungen mitgetragen haben.

Aber mal ehrlich: Wenn man nicht wüsste, dass die brennende Kerze und die grauen Bilder von ihm sind – wer würde sie demselben Maler zuschreiben?

 

Der Druck „wiedererkennbar“ zu sein

Es gibt viele Künstler, die sich stets treu bleiben, auch um den Preis, sich immer wieder selbst zu zitieren. Kein Wundern, denn an den Hochschulen wird vielfach gelehrt, dass man sich für ein Thema entscheiden muss, für eine Technik, um diese dann zu vertiefen. Aber was heißt „vertiefen“? Nicht jeder ist, wie Anselm Kiefer, so umfassend gebildet , dass es ihm leicht fällt, mit ähnlichen Themen und Techniken immer neue Meisterwerke zu produzieren. Und diese sind dann außerdem noch „wiedererkennbar“. Andere Künstler denken sich eine Masche, einen Trick, ein Konzept aus, um der Forderung gerecht zu werden. Man kann sehr erfolgreich werden, indem man zum Beispiel alle Bilder auf den Kopf stellt. Womit ich nichts gegen die Qualität der Bilder von Georg Baselitz sagen will. Aber hätte er ohne dieses Konzept so viel Aufmerksamkeit bekommen? Die Frage muss offen bleiben.

 

Eine „Marke“ in der Kunst

So einige Themen aus der Wirtschaft sind ungefiltert in den Bereich der Kunst übergeschwappt. Zum Beispiel das Thema der „Marke“ mit der Forderung, die Arbeiten eines künstlerisch tätigen Menschen müssten wiedererkennbar sein. Man muss gleich sehen, von wem das Werk stammt. Warum eigentlich? Ein Gedanke, der mir dazu kommt ist folgender: Die Wiedererkennbarkeit erlöst die Betrachter von der Unsicherheit „sich mit Kunst nicht auszukennen“ oder „nichts von Kunst zu verstehen“ (Siehe auch Posts vom 20. und 21. Januar 2014). Vielleicht ist das ein Grund für die Beliebtheit von Hundertwasser, denn er ist selbst von Kindergartenkindern leicht zu erkennen.

 

Die dritte Minute als Skulptur

Mara 4 2014Wer glaubt, diese Variante der One minute sculptures sei doch keine Herausforderung, irrt. Es ist gar nicht so einfach ein paar halbleere Milchtüten auf den Füßen zu balancieren. Wenn die eine stabil steht, kippt die andere und umgekehrt. Nach mehreren Versuchen habe ich dann doch triumphiert. Übrigens habe ich auf einige Vorschläge dankend verzichtet. Zum Beispiel auf die Variante „Nase bohren“ oder „Zu zweit einen Pullover anziehen“. Bis zum 13. Juli gibt es noch die Gelegenheit sich selbst ein Bild zu machen. Da die einzelnen Podeste im ganzen Haus verteilt sind, hat man so nebenbei noch die Gelegenheit die unterschiedlichen Abteilungen des Städelmuseums zu besuchen.

Die zweite Minute als Skulptur

Mara 2 2014Im Gegensatz zum ersten war der hier zu sehende Versuch für eine Minute zur Skulptur zu werden weniger anstrengend. Hier war eher Feingefühl gefragt, denn die beiden Tennisbälle hatten keineswegs vor, übereinander liegen zu bleiben. Zwischendurch war also immer wieder „handliche“ Hilfe erforderlich.

Erwin Wurms Anliegen ist es, den traditionellen Skulpturbegriff zu erweitern. Das Publikum im  Städelmuseum hat da gerne mitgespielt. Auf der Website http://www.staedelmuseum.de/sm/ kann man noch viele Beispiele finden. Getreu dem Motto von Andy Warhol, dass jeder Mensch einmal für fünf Minuten berühmt sein kann.