Jetzt kann es losgehen

Plakat.inddAlles gepackt, hoffentlich an alles gedacht. Jetzt kann es losgehen zur Vorbereitung der Ausstellung in Chateau Loudenne. Und zur Vernissage am Freitag, 30.5. natürlich. Bitte Daumen drücken, dass das Wetter sich bessert, viele Leute kommen und es insgesamt ein schöner Aufenthalt wird. Bis Mitte Juni gibt es von mir keine Blogeinträge. Aber dann wieder in alter Frische.

Kunst und Glück

„Es gibt schon zu viele unerfreuliche Dinge im Leben, um noch mehr davon zu erschaffen.“ Dieser wunderbare Satz soll von Auguste Renoir stammen. Mir spricht er natürlich direkt aus der Seele – kein Wunder, denn mein Motto lautet bekanntermaßen „Kunst macht glücklich“. Ich weiß, dass so eine Haltung ein bißchen aus der Mode gekommen ist, aber sei´s drum. Die Menschheit braucht eher etwas mehr als etwas weniger Glück.

Von Pausen und anderen Hindernissen

Pausen haben etwas Verführerisches. Es ist Wochenende, da schreibe ich keinen Blogeintrag. Dann kommt ein längerer Arbeitseinsatz – keine Zeit. Und unversehens ist die Pause länger geworden als beabsichtigt. Es nützt auch gar nichts, Besserung zu geloben, denn ist man einmal in der Pause eingerichtet, dauert es, bis man wieder zu einer gewissen Disziplin und Regelmäßigkeit zurück findet. Zumindest mir geht das so.

Zur Zeit bin ich in Vorbereitung zu der Ausstellung in der Nähe von Bordeaux. Das ist immer aufwendiger als vorher angenommen. Ist auch alles eingepackt? Alle „Befestigungsanlagen“ vorhanden? Eventualitäten bedacht? Ganz sicher bin ich mir nie. Klar ist aber, während der zwei Wochen im Bordeaux werde ich wieder Pause machen (müssen). Bis dahin ist aber noch ein paar Tage Gelegenheit zum Posten. Bis morgen.

Bewundernswerte Maria Lassnig

Maria Lassnig war eine der interessantesten und auch provozierendsten Malerinnen der letzten Jahre. Vor etwas mehr als einer Woche ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben. Was mich bei ihr besonders beeindruckt hat, ist die Kompromisslosigkeit, mit der sie ihren Weg verfolgt hat.

Ihr besonderes Kennzeichnen sind die Körpergefühlsbilder, mit denen sie sich im Laufe der Jahre vollkommen von stilistischen Zwängen und Vorbildern löste. Das Thema Körper – Körperlichkeit – Körperempfinden wird heute von vielen Künstlerinnen bearbeitet; aber Maria Lassnig war eine der ersten, die sehr früh mit ihrer Malerei die weibliche Position in der Kunstwelt und in der Gesellschaft reflektiert hat.

Was ist Kunst?

„Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es nicht verraten“. Diesen Satz soll Picasso gesagt haben. Tatsächlich ist nichts so schwer, wie Kunst zu definieren. In ihrer Vielschichtigkeit entzieht sie sich jeder direkten Definition. Wie der Leiter eines großen Londoner Auktionshauses sagte: „Es gibt nur einen Weg, Kunst zu beurteilen, sich so viel wie möglich anschauen.“ (siehe auch Post vom 19.1.2014).

Anselm Kiefer macht ein Loch

Wenn ich mich mit einem Künstler beschäftige, dann fällt mir eigentlich alle naslang noch etwas dazu ein. Zur Zeit ist es Anselm Kiefer, über den ich in der vorigen Woche schon geschrieben habe. Hier sein Kommentar auf die Frage, warum er sich immer wieder mit Fachismus beschäftigt. Seine Antwort: „Ich denke vertikal und eine der Ebenen war der Faschismus. Doch ich sehe alle diese Schichten. Ich erzähle in meinen Bildern Geschichten, um zu zeigen, was hinter der Geschichte ist. Ich mache ein Loch und gehe hindurch.“

Kleine Kämpfe im Atelier

Gestern habe ich Anselm Kiefer zitiert. Er spricht von Schlachten zwischen Kunst und Leben. Bei mir sind es eher kleine Kämpfe. Es dreht sich dabei um solche Fragen: Wie mutig bin ich?  Wie klar? Bleibe ich konsequent oder erliege ich der Verführung zum Kompromiss, zum Gefälligen? Nichts gibt so eindeutig Rückmeldung, wie das Bild an dem ich jeweils gerade arbeite. Vorausgesetzt, ich bin willens und in der Lage die Rückmeldung zu erkennen.

Die Schlachten zwischen Kunst und Leben

„Es gibt eine besondere Grenze zwischen Kunst und Leben – eine Grenze, die sich oft trügerisch verschiebt. Allerdings gibt es ohne diese Grenze keine Kunst.“ Gestern habe ich schon die `Kunst als das Material des Lebens´ von Anselm Kiefer zitiert. Er fährt fort: „Gleichzeitig ist der Abstand zum Leben das Wesentliche. Es ist der eigentliche Inhalt der Kunst. Das Leben hinterlässt seine Spuren ebenso wie die Schlachten zwischen Kunst und Leben. Je tiefer diese Narben sind, desto interessanter für das Werk.“

Wenn man sich die Arbeiten von Anselm Kiefer anschaut, kann man sich diese Schlachten sehr gut vorstellen. Meine eigenen sind da weniger dramatisch. Dazu im nächsten Post mehr.